(Bx)
Was wäre München ohne „ausländische“ Unternehmer? – Die Damen und Herren, die am 23.11. im Alten Rathaussaal zum „Tag des ausländischen Unternehmers“ auf dem Podium saßen, waren sich (fast) einig, dass hier ein Musterbeispiel gelungener Integration zu begrüßen sei.
Nur der Generalkonsul der Türkei, Herr Köksal, deutete an, dass es schon auch mal Vorbehalte seitens der Behörden gegenüber türkischen Geschäftsleuten gebe. Herr Reiter, der neue Referent für Arbeit und Wirtschaft, widersprach. In München sei es wirklich egal, aus welchem Land ein Unternehmer oder Unternehmensgründer komme, jeder werde gleich willkommen geheißen.
Auch in der Visafrage gab es leise Kritik: Es sei nicht unbedingt förderlich, wenn es ausländischen Unternehmen in München schwer gemacht werde, Visas für angeforderte ausländischen Mitarbeiter zu bekommen.
Übrigens, 5000 türkische Unternehmer (oder Unternehmen?) soll es in München geben. Wohl hauptsächlich Einfamilienbetriebe. Um diese ganz Kleinen ging es denen, die auf dem Podium saßen, nicht unbedingt. Sarrazin war nicht dabei; der hätte bissig-destruktiv begründet, warum — und dann wär was los gewesen im historisch ohnehin vorbelasteten Alten Rathaussaal, vor allem, wenn man den Beschwörer der Elite zum Beispiel mit jemandem wie Sigi Benker konfrontiert hätte.
Das Podiumsgespräch war weder temperament- noch gehaltvoll. Es fehlte die Kontroverse, und es wäre außerdem hilfreich gewesen, wenn der türkische und der indische Generalkonsul hätten Deutsch sprechen können … Alle auf dem Podium betonten, dass ein Unternehmer, um in München erfolgreich zu sein, unbedingt sehr gut Deutsch können sollte! Ist es nicht peinlich, wenn es dann die geladenen Generalkonsule in München – als Mittler zwischen ihrem Land und Deutschland – nicht können?
Das bringt mich auf ein anderes Thema: Weiterlesen »
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