Mehmet der Wievielte?

(Bx)

Er ist 22, „faktischer Inländer“, spricht nur gebrochen Türkisch, ist einer der berüchtigten Intensivtäter deutscher Produktion, und das  seit seinem 11. Lebensjahr.  — Er wird wohl bald in die Türkei abgeschoben. (SZ 24.11.09)

Weißgott kein Verlust für Deutschland. Eine Last dant entsorgt. Weiterlesen »

Mercator in der InitiativGruppe

(Gastbeitrag von Gina Gerold)

Die Stiftung Mercator ist eine der größten deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Sie fördert Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen.

Wer könnte diesen Vorgaben besser Realität verleihen, als die lebendige Sprachwissenschaftlerin Dr. Angela Guadatiello, die lacht und strahlt und tut, was ihr offensichtlich Freude macht:

sie organisiert Studentinnen und Studenten, die an verschiedenen Münchner Schulen Kindern mit Migrationshintergrund zusätzlichen Förderunterricht erteilen.

Das Mercator-Projekt der InitiativGruppe läuft erst neun Monate, also seit Februar diesen Jahres, zu früh für offizielle Evaluation, doch nicht für viel Lob, Erfolgsmeldungen und wachsende Nachfrage von Seiten der Schulen und Lehrkräfte.

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Der 100.

(Bx)

BlogIG ging am 14. September online, also vor 71 Tagen. Jeden Tag war seither mindestens ein neuer Beitrag zu lesen. Das wird auch weiter so bleiben.

In dieser Zeit gab es über 4600 Seitenaufrufe. Das ist ein Durchschnitt von etwa 60 pro Tag und zwischen 400 und 500 pro Woche.

Aus diesem Anlass möchte ich einige nahe liegende,  u. a. kritische Fragen an BlogIG zugleich stellen und beantworten. Auch „Über uns“ wird heute ergänzt: (Bx) stellt sich vor.

16 Fragen an BlogIG

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Unternehmer. Deutsch. Generalkonsul. Imam.

(Bx)

Was wäre München ohne „ausländische“ Unternehmer? – Die Damen und Herren, die am 23.11. im Alten Rathaussaal zum „Tag des ausländischen Unternehmers“ auf dem Podium saßen, waren sich (fast) einig, dass hier ein Musterbeispiel gelungener Integration zu begrüßen sei.

Nur der Generalkonsul der Türkei, Herr Köksal, deutete an, dass es schon auch mal Vorbehalte seitens der Behörden gegenüber türkischen Geschäftsleuten gebe. Herr Reiter, der neue Referent für Arbeit und Wirtschaft, widersprach. In München sei es wirklich egal, aus welchem Land ein Unternehmer oder Unternehmensgründer komme, jeder werde gleich willkommen geheißen.

Auch in der Visafrage gab es leise Kritik: Es sei nicht unbedingt förderlich, wenn es ausländischen Unternehmen in München schwer gemacht werde, Visas für angeforderte ausländischen Mitarbeiter zu bekommen.

Übrigens, 5000 türkische Unternehmer (oder Unternehmen?) soll es in München geben. Wohl hauptsächlich Einfamilienbetriebe. Um diese ganz Kleinen ging es denen, die auf dem Podium saßen, nicht unbedingt. Sarrazin war nicht dabei; der hätte bissig-destruktiv begründet, warum — und dann wär was los gewesen im historisch ohnehin vorbelasteten Alten Rathaussaal, vor allem, wenn man den Beschwörer der Elite zum Beispiel mit jemandem wie Sigi Benker konfrontiert hätte.

Das Podiumsgespräch war weder temperament- noch gehaltvoll. Es fehlte die Kontroverse, und es wäre außerdem hilfreich gewesen, wenn der türkische und der indische Generalkonsul hätten Deutsch sprechen können … Alle auf dem Podium betonten, dass ein Unternehmer, um in München erfolgreich zu sein, unbedingt sehr gut Deutsch können sollte! Ist es nicht peinlich, wenn es dann die geladenen Generalkonsule in München – als Mittler zwischen ihrem Land und Deutschland – nicht können?

Das bringt mich auf ein anderes Thema: Weiterlesen »

Furcht macht klug, Angst macht dumm.

(Bx)

Herfried Münkler in der FR online über die Angst vor den Muslimen in Europa:

Vor allem fällt ein mangelndes Vertrauen in die Attraktivität der eigenen gesellschaftlichen und kulturellen Ordnung auf. Warum soll eigentlich das, was für uns selbst attraktiv ist – Frieden, Wohlstand und ein gutes Leben – auf Muslime keine Anziehungskraft besitzen. Angst macht sich dort breit, wo man kein Vertrauen zu sich selbst hat. Mehr Selbstvertrauen erleichtert uns und anderen gelingende Integration.

Münkler unterscheidet zwischen Furcht (auf reale Gefahr bezogen, der Vernunft zugänglich) und Angst (eher blind und einer generellen Ängstlichkeit entspringend, der Vernunft nicht zugänglich). Furcht lässt uns rational die Ursachen einer Gefahr ergründen und entsprechend sachlich darauf reagieren. Angst macht uns hektisch, wir werden zu Getriebenen.

Liegt darin der Unterschied zwischen den Ausländerfeinden und Islamophoben einerseits, den konstruktiv arbeitenden Integrationsförderern andererseits?

Den ersteren wird das natürlich nicht einleuchten. — Ich selbst würde gerne einen Punkt ergänzen: Manche werden von Angst getrieben, andere von der Lust am Ressentiment, vom Bedürfnis nach Exklusion anderer, um sich selbst auf der guten Seite zu fühlen.

Und vielleicht hängen Angst und Ressentiment auch zusammen. Folgt dann die Angst dem Ressentiment oder das Ressentiment der Angst?

Statistik (3): Türken in Deutschland im Vergleich

(Bx)

Das MiGAZIN bringt ausführlich und mit einer Reihe von Tabellen das Ergebnis einer Befragung von 1000 Türken. Ich kann hier nur  Beispiele bringen.

Diese hier belegen, wie sich die Türken in Deutschland gegenüber den Türken in der Türkei verändert haben – sie belegen also den Prozess der Integration:

21% in Deutschland lebende Türken empfinden Deutschland als ihre Heimat
38% empfinden Deutschland und die Türkei als ihre beiden Heimaten
37% empfinden eher die Türkei als ihre Heimat

48% der Türken in Deutschland sehen Jungfräulichkeit der Frau als Grundvoraussetzung für die Eheschließung,
72% der Türken in der Türkei,
6% der Deutschen.

Interessant wäre es hier auch, die Unterschiede zwischen der ersten, zweiten und dritten Generation der Türken in Deutschland zu erfahren. Die Prozentzahlen für junge Türken wären den deutschen wohl noch deutlich näher.

Mehr nach dem Sprung! Weiterlesen »

Europa hat einen Präsidenten. – Wirklich?

(Bx)

Florian Rötzer, telepolis, pissed off:

Was teilen die Regierungschefs der europäischen Öffentlichkeit mit, wenn sie für die höchsten Ämter graue Mäuse küren, die nicht nur politisch, sondern auch persönlich ziemlich zerknittert wirken?

Die taz kommentiert das cool:

Der neue Ratspräsident soll tun, was er in Belgien schon geübt hat: im Hintergrund Streit schlichten, Kompromisse sondieren und Einigungen vorbereiten, die dann viermal im Jahr in einen möglichst reibungslosen EU-Gipfel münden. Die Chefs in den nationalen Hauptstädten wollen keinen europäischen Präsidenten, der ihnen die Schau stiehlt.

Herman Van Rompuy – früher mal belgischer Premier – ist also jetzt der erste Präsident Europas. Van wie bitte? Der Dunia-Blog hilft uns da auf die Sprünge – und ist not amused:

Vor etwa 4 Jahren sagte der belgische Premier nämlich zu der Frage ob die Türkei Mitglied in der EU werden sollte so interessante Sätze wie: “Die Türkei ist kein Teil Europas und wird es nie werden.” und führte weiter fort: “Wir können eine Aufnahme der Türkei nicht mit der Aufnahme von anderen Staaten in die Union vergleichen. Die Aufnahme eines islamischen Landes wie der Türkei würde die auf christlichen Fundamenten beruhende Werteordnung unseres Europas gefährden.”

Dunia-Autor Akif Sahin beendet seinen Kommentar mit einem sarkastischen „Danke“.

Mein 6. Sinn für die Zukunft sagt mir dazu: Weiterlesen »

Falsch gefragt

(Bx)

In der WELT finde ich folgende Umfrage:

Wie zufrieden sind Sie mit der deutschen Integrationspolitik der vergangenen Jahre? Vergeben Sie Schulnoten.

(1) Ca. 19 000 haben abgestimmt. Raten Sie: Welche Note wird es wohl sein, die weitaus überwiegt?
(2) Warum ist die Frage falsch gestellt?
(3) Wie könnte sie richtig gestellt werden?

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Koffer und Stolpersteine

(Bx)

Gehört das nicht auch zu unserem Blog-Thema?

Das unscharfe Bildchen rechts zeigt Esther Berger. Ein jüdisches Mädchen aus Sendling.

Am 20. November 1941 wurden 1000 Münchner Juden in einen Sonderzug gesteckt, nach Kaunas (Kowno, Litauen) transportiert und dort am 25. November erschossen – alle ohne Ausnahme. Auch Esther Berger, zusammen mit Vater, Mutter und Schwester.

Die Initiative „Historische Lernorte Sendling“ hat die Geschichte der ermordeten jüdischen Nachbarn im Stadtviertel recherchiert, ihrer letztes Jahr in einer Aktion mit „Koffern“ an den jeweiligen Wohnadressen gedacht, und für die Bewohner des Hauses Kyreinstraße 3 die heutigen Eigentümer motiviert, elf „Stolpersteine“ auf Privatgrund zu verlegen, einen davon für Esther Berger.

(Fotos nach dem Sprung!)

Diesen Freitag, am 20.11. , um 19 Uhr, wird die Projektdokumentation unter dem Titel „nach unbekannt abgewandert“ vorgestellt, im Stemmerhof am Sendlinger Berg, Plinganserstr. 6.

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Willy-Brandt-Gesamtschule, München

(Bx)

1970 gegründet, erste (und einzige) Gesamtschule in Bayern, erste Ganztagsschule, knapp 1 000 Schüler aus 70 Nationen … und nun Unesco-Projektschule. Die SZ berichtet über die Auszeichnung am 16. 11 — leider nicht online.

Die Schule versucht, dem Selektionsdruck pädagogisch entgegenzuarbeiten und die Schüler unterschiedlicher Niveaus zusammen lernen zu lassen, wo es geht (d. h. wo das KuMi es ausnahmsweise zulässt).

„Es ist uns wichtig, die Motivation der Schüler zu erhalten, damit sie nicht so viel Frust erleiden“, sagt Schulkoordinator Michael Peter. Dazu trage auch der gemeinsame Unterricht bei. „Schüler mit Migrationshintergrund profitieren unheimlich von starken und sprachlich gewandten Schülern. Sie werden mitgezogen von den besseren. An einer Regelschule würden die beiden nie aufeinandertreffen.“

Schade, dass diese Schule nicht ins Konzept der bayerischen Bildungspolitik passt.

Tipp: Website der Schule und Wikipedia-Artikel
Was diese Schule alles zu bieten hat an interkulturellen und an pädagogischen Projekten! Was alles möglich wäre …